Bin ich Web 1.0??

22 Juli 2009 von Elmar Kommentieren »

Das war eine Frage, die ich mir in letzter Zeit immer wieder stellen musste. OK es sinnlos zu leugnen das ich blogge und sicherlich liegt auch ein gewisser Reiz meine geistigen Ergüsse  in diesem Blog der Welt zur Verfügung zu stellen. Doch alleine  ist ja nur die Spitze des Web-2.0-Eisbergs.

Wenn man hip sein will, hat man mittlerweile ganz schoen Stress sich in allem wichtigen und unwichtigen Web-Diensten anzumelden. Also ich gebe es jetzt offiziell zu, ich verstehe Sinn x und Unsinn von Twitter, facebook,  flickr und Konsorten einfach nicht. Nehmen wir doch mal als Beispiel Twitter:

Ich muss zugeben, dass ich mir Mühe gab zu verstehen, warum Leute sich  mobile Devices mit teuren Datenflatrates kaufen oder ueberall wo sie sind, nach einem Internetanschluss suchen, um wichtiges wie „Sitze im Wartezimmer und langweile mich“, „der Mathelehrer nervt heute besonders“ oder natuerlich meine Lieblingstwitter „Bin jetzt zu Hause“. Wen interessiert denn das?

Klar kommen jetzt die Web-2.0-Evangelisten und prahlen geradezu mit der heilbringenden Technologie fuer unterdrückte iranische Oppositionelle, aber  mal ehrlich wie viele Leute auf Twitter haben wirklich eine Aussage und wie viel breiten einfach nur ihr ohnehin schon langweiliges Leben vor der Allgemeinheit aus, die das gar nicht interessiert? Viel interessanter wäre doch eigentlich wie viel von dem Gezwitscher gar nie gelesen wird und als digitaler Müll landet, der allenfalls dem Telekommunikationsanbieter während der Übertragung Gebühren beschert?

Im Übrigen finde ich es ähnlich sinnvoll, seinen Freundeskreis, den man im realen Leben hat, nochmals virtuell abzubilden. Einmal natürlich toll, dass nun Leute die einen nicht leiden  können einem immerhin den virtuellen Schulterschluss einer Freundschaft anbieten können, ohne jegliche Verpflichtung sich demnächst auf der Strasse zu gruessen, selbstverständlich. Andererseits kann es aber auch der digitale Schwanz-Vergleich sein, der uns dazu treibt auch nur flüchtigen Bekannten die „Freundschaft“ anzubieten (warum wird eigentlich gerade dafür KEIN Anglizismus benutzt?), nur um eine längere Freundesliste zu haben und „virtuell“ beliebter zu sein.

Achja, das Argument mit den alten Freunden, von denen uns Kontinente trennen, den Kontakt zu halten… Nur warum macht man das nicht privat per E-Mail? Muss man das der Öffentlichkeit zeigen?!

Also dann so: ich verstehe diese neue Offenheit nicht.  Da kaempfen Leute um Datenschutz und jedes noch so kleine Fitzelchen Privatsphäre und wir breiten unsere persönlichsten Daten bereitwillig vor aller Welt und digitalen Datenkraken ala Goolge ganz freiwillig aus. Da bin ich doch lieber Web 1.0!

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