DualCore unter Windows XP nachträglich aktivieren

15 März 2010 von Elmar Kommentieren »
Moderne Mehrkernprozessoren unter XP

Moderne Mehrkernprozessoren unter XP

So wieder mal eine Geschichte die das Leben schreibt: Da hat meine Kiste mit Windows XP die wirklich ordentlich ordentlich läuft und möchte der ein neues Herz, in Form eines aktuellen DualCore oder QuadCore-Prozessors spendieren. Mechanisch ja nicht das Problem, nur jeder der das schon einmal gemacht musste feststellen, das Windows XP (Vista und 7 machen das besser) nur den ersten Kern erkennt und benutzt. Na toll, denn Windows legt bei der Installation fest ob es sich um ein Multiprozessorsystem handelt oder nicht. Den Tipp aus der Microsoft Knowlegdebase, Windows neu zu installieren fand ich auch nicht wirklich prickelnd, da das System sonst prima war. Also sich weiter in die Tiefen des Netzes gestürzt und aus einem alten Fix (damals gings um das nachträgliche aktivieren des ACPI-Modus) was neues gebastelt :-)

Die Vorgehensweise:

  1. Öffne mit WinRAR im Ordner „C:\Windows\Driver Cache\i386“ das Archiv „sp3.cab“ und extrahier die Dateien in ein temporäres Verzeichnis:
    • hal.dll
    • halaacpi.dll
    • halacpi.dll
    • halmacpi.dll

    Die Datei „hal.dll“ in „halpic.dll“ umbenennen. Danach die vier Dateien in den Ordner „C:\Windows\system32“, idealerweise auch mit TotalCommander, ansonsten im Explorer die geschützen Dateien anzeigen.

  2. Damit XP die DLL’s auch benutzt müssen alternative Boot-Profile angelegt werden. Dazu die „Boot.ini“ erst einmal sichtbar machen, dazu im Windows-Explorer klicken Sie zunächst auf „Extras“ und dann auf „Ordneroptionen“ und unter dem Reiter „Ansicht“ das Häkchen bei „Geschützte Systemdateien ausblenden“ entfernen und bestätigen. Alternativ die Datei im TotalCommander suchen und öffnen. Die Datei liegt im Root der Bootplatte. Die „Boot.ini“ kann  mit dem Windows-Editor bearbeitet werden. Unter dem Eintrag „[operating systems]“ folgende Zeilen einfügen:

    multi(0)disk(0)rdisk(0)partition(1)\WINDOWS=“HALMACPI“ /fastdetect /hal=halmacpi.dll
    multi(0)disk(0)rdisk(0)partition(1)\WINDOWS=“ACPI+APIC“ /fastdetect /hal=halaacpi.dll
    multi(0)disk(0)rdisk(0)partition(1)\WINDOWS=“ACPI+PIC“ /fastdetect /hal=halacpi.dll
    multi(0)disk(0)rdisk(0)partition(1)\WINDOWS=“non-ACPI“ /fastdetect /hal=halpic.dll

    Falls die Bootpartition nicht die erste auf der ersten Platte ist, muss das natürlich angepasst werden. Danach die „Boot.ini“ abspeichern und den PC neu starten.

  3. Beim nächsten Booten erscheint nun ein Auswahlmenü bei dem zuerst den Erste der vier Einträge ausprobiert werden sollte: „HALMACPI“. Startet das System damit nicht, einfach den zweiten usw. testen. Fährt XP mit einem der Einträge problemlos hoch, einfach abwarten bis die Hardware-Erkennung die Computertyp, Prozessor und die zusätzliche Kerne erkannt hat. Im Geräte-Manager müsste jetzt als „Computer“ „ACPI-Multiprocessor-PC“ stehen. Außerdem sollte im Task-Manager zwei bzw. vier Fenster für die CPU-Auslastung sein.
  4. Nach dieser Prozedur kann man übrigens die vier eingefügten Einträge aus der „Boot.ini“ wieder entfernen. Et voila, Multiprozessoring in XP, völlig ohne Neuinstallation.
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