SSD und Windows – Tipps für die perfekte Performance

22 September 2010 von Elmar Kommentieren »

Solid State Drives

Schöne neue Welt. Nachdem sich die Spirale der immer grösser und damit auch zwangläufig immer schneller werdenden Magnet-Festplatten jahrelang schön gedreht hat, kommt seit einiger Zeit wirklich Bewegung in den, teilweise doch trägen, PC Alltag.

Die Solid State Drives oder kurz SSD’s.

Sie bieten neben unglaublichen Transferraten von bis zu 300MB/s vor allem deutlich verringerte Zugriffszeiten, was den Windowsalltag deutlich beschleunigt. Ganz „nebenbei“ wird auch noch so gut wie keine Abwärme produziert und eklatant weniger Strom verbraucht. Doch wo Licht ist, ist auch Schatten…

Aufgrund Ihrer Bauweise unterliegen SSD’s einem gewissen Alterungseffekt, der einen schleichenden Kapazitätsverlust mit sich bringt. Ehrlicherweise muss man aber zugeben, dass auch Magnetfestplatten nicht für die Ewigkeit gebaut sind. Leider kommt noch der Fakt hinzu, dass selbst Windows 7 nicht wirklich für den Einsatz von SSD’s optimal eingestellt ist. Doch mit ein wenigen Kniffen kann man das Ganze noch gut optimieren:

  1. Ganz wichtig: Der TRIM-Modus!
    Windows 7 kann es von Haus aus, für alle anderen Windowsversionen bieten die Hersteller eigene Tools an (z.B. die Intel SSD Toolbox). Diese Tools sollte man unbedingt regelmäßig laufen lassen, da traditionell gelöschte Daten eigentlich gar nicht gelöscht werden, sondern lediglich deren Header. Was leider bei der SSD auch zur Folge hat das sie mit der Zeit immer langsamer werden (siehe)
  2. Auslagerungsdatei deaktivieren bzw. idealerweise auf ein anderes Laufwerk legen
    Leider auch ein Quell ständigen Festplattenzugriffes (und das leider völlig unabhängig von der Größe und Nutzung des Arbeitsspeichers) ist die Windows-Auslagerungsdatei. Wenn man noch zur SSD eine normale Platte drin hat, was wohl für die meisten zutreffen sollte, dann einfach per Computer -> Eigenschaften -> Erweiterte Systemeinstellungen -> Erweitert -> System Einstellungen -> Erweitert -> Virtueller Arbeitsspeicher -> Ändern… die Auslagerungsdatei für die SSD entfernen und auf der konventionellen Platte einrichten. Übrigens die alte Mär vom doppelt so großen Swapfile wie der Arbeitsspeicher ist in Zeiten vom 4GB und mehr Arbeitsspeicher längst überholt. Bei viel Speicher reicht eine kleine Auslagerungsdatei von 1GB.
  3. Schreibcache aktivieren
    Dazu einfach Rechtsklick auf „Computer“ und „Verwalten“ um in die Computerverwaltung zu gelangen. Dort unter Gerätemanager und Laufwerke, die SSD suchen, doppelt klicken im Reiter „Richtlinien“ den Schreibcache aktivieren.
  4. Indizierung abschalten
    Grundsätzlich lässt alles, was permanent auf der SSD herumrödelt, sie schneller altern. Eines davon ist die Indizierung. Die zwar nützlich für die schnelle Suche, aber tödlich für die SSD sein kann. Zum Abschalten über Systemsteuerung -> Verwaltung -> Dienst den Dienst „Windows Suche“ suchen und per Rechtsklick den Starttyp auf „deaktiviert“ setzen.
  5. Defragmentierung abschalten
    Grundsätzlich hilft
    die Defragmentierung auf der SSD weniger, wie sie schadet. Per Startmenü -> Alle Programme -> Zubehör -> Systemprogramme -> Defragmentierung gehen und dann den Haken bei „Automatischer Ausführung“ entfernen.
  6. Timestamping abschalten
  7. Das Timestamping in Windows hatte mal den Sinn als Datenbank die letzten Änderungen an Dateien zu dokumentieren, wird aber eigentlich so gut wie gar nicht mehr verwendet. Abgeschaltet werden kann das Ganze indem man eine Eingabeaufforderung als Administrator aufmacht und dann per

    FSUTIL behavior set disablelastaccess 1

    den Spuk ausschaltet. Danach wird allerdings ein Reboot fällig.

Das sind leider noch nicht alle Maßnahmen die es gibt, aber die die auf die Schnelle durchführbar sind. Ich werde noch in einem weiteren Artikel evtl. auf spezifischere Tweaks eingehen.

Und dann noch ein kurzes Wort an die Windows-Hasser-Fraktion: auch Linux und OSX sind keinster Weise auf SSD’s optimiert und kämpfen mit gleichen oder ähnlichenProblemen.

So nach diesem Maßnahmen sollten dem „Spass“ mit der SSD im PC eigentlich nichts mehr entgegenstehen. Windows in weniger als 10 Sekunden zu booten oder Outlook im Sekundebruchteil zu starten ist schon wirklich eine schöne Sache. Leider gewöhnt man sich rasend schnell ans rasend Schnelle 😉

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